Teebaumöl – das vergessene Heilmittel

Egal ob Husten, Schnupfen oder ein kleiner Kratzer: in den letzten Jahrzehnten wurde für jede Krankheit und auch jedes kleine Wehwehchen ein modernes Mittel verschrieben. Antibiotika, Hustenlöser, Schnupfenspray und jede Menge Salben.

Während unsere Schulmedizin sicherlich bei schweren Erkrankungen ihre Berechtigung hat, kommt gerade im Bereich der Erkältungskrankheiten und anderen leichteren Krankheiten und Verletzungen ein Umdenken auf. Häufig führt dies dazu, dass traditionelle Heilmittel, wie zum Beispiel Kräuter, Tinkturen und Säfte, wieder eingesetzt werden.

Teebaumöl zum Beispiel wurde insbesondere von Einwanderern jahrelang als Heilmittel gegen vielerlei Dinge genutzt. Inzwischen ist das Öl jedoch fast vergessen gewesen und erst in letzter Zeit liest man, vor allem dank des Internets, wieder häufig über die tollen Eigenschaften des Teebaumes und seines Öls.

Woher kommt Teebaumöl?

Das Teebaumöl wird vom Teebaum gewonnen. Der Teebaum gehört zur Familie der Myrtengewächse und benötigt ein sehr heißes Klima. Er wächst wild ausschließlich in Australien, vornehmlich im Norden des Kontinents, in Küstennähe der beiden Staaten New South Wales sowie Queensland. In Plantagen wird er jedoch auch in anderen Ländern, wie zum Beispiel China, angebaut. Hier ausschließlich zur Gewinnung des wertvollen Teebaumöls.

Der immergrüne Strauch, den man auch als kleinen Baum bezeichnen kann, wird zwischen zweieinhalb Metern und 15 Meter groß. Die Blätter sind sehr schmal und länglich und sind wechselständig am Ast angeordnet. Die Blätter tragen allesamt dicht sitzende Öldrüsen.

Das Teebaumöl selbst wird aus den Blättern und Spitzen der Zweige gewonnen. Hierzu wird ein Destillationsverfahren (Wasserdampfdestillation) angewendet. Durch dieses Verfahren wird das Öl besonders schonend aus den Blättern gewonnen.

Australien - Teebäume

Australien – Herkunftsland des Teebaums

Was macht frisches australisches Teebaumöl aus?

Je nach Art des Teebaums, Zeit der Ernte und Art der Verarbeitung riecht Teebaumöl verschieden. Frische Gewürze kann man ebenso heraus riechen, wie ein Kenner manchmal Muskat oder Kampfer heraus riechen kann.

Australisches Teebaumöl ist besonders hochwertig und unterliegt speziellen Regeln, um sich zu und nennen zu dürfen. Zunächst einmal dürfen nur drei Arten des Teebaums zur Verarbeitung von echt australischem Teebaumöl benutzt werden.

Dies sind die drei Sorten, aus denen australisches Teebaumöl gewonnen wird:

  • melaleuca alternifolia
  • melaleuca linariifolia
  • melaleuca dissitiflora

Darüber hinaus wird auch die Verarbeitung zum Öl ganz genau vorgeschrieben. Nur so lässt sich ein hoher Qualitätsstandard halten.

Wirkstoffe im Teebaumöl

Wie man bei der Analyse des Teebaumöls festgestellt hat, sind über 100 Inhaltsstoffe enthalten. In Kombination weisen diese Inhaltsstoffe eine sehr starke antimikrobielle und fungizide Wirkung auf. Darüber hinaus wirkt es auch antiseptisch.

Hauptbestandteil des Öls sind dabei sogenannte Terpinene (isomere Kohlenwasserstoffe mit p-Menthangerüst), wie z.B. Terpinen-4-ol mit ca. 30% und Alpha-Terpine mit ca. 20%. Darüber hinaus sind auch Terpinole und Terpineole mit jeweils 3-4% vertreten.

Terpinene sind bekannt dafür, hervorragend gegen Bakterien und Pilze zu wirken. Dafür reicht bereits eine niedrige Konzentration aus. Sogar gegen antibiotika-resistente Bakterien haben Terpinene zumindest in Studien bereits ihre Wirksamkeit bewiesen.

Die Terpinene sind darüber hinaus mit an der Geruchsbildung des Teebaumöls beteiligt. So riechen α-Terpinen zitronenartig und Terpinen-4-ol hat einen blumig-würzigen Geruch.

Die kleinste Apotheke der Welt

Teebaumöl

ein Fläschchen Teebaumöl ist nicht groß, hilft aber gegen viele Dinge

Teebaumöl ist extrem vielseitig einsetzbar. Nicht nur zur Eigenbehandlung, sondern auch in der Alternativmedizin durch Heilpraktiker wird das wertvolle Öl verwendet.

Aufgrund der antiseptischen, antibiotischen und fungiziden Wirkung wird Teebaumöl hauptsächlich auf der Haut angewendet. Dabei ist der Regelfall eine unverdünnte Anwendung, um die volle Wirkung zu entfalten. Allerdings lässt sich das Öl auch für bestimmte Anwendungen durchaus verdünnen.

Die bekanntesten Anwendungsbiete

Teebaumöl wird unter anderem zur Linderung von Akne benutzt. Es gibt Studien, in denen sich, bei Anwendung des Öls auf der Haut, die Akne äußerst positiv entwickelt hat. Die Entzündungen einer Akne werden hauptsächlich durch die Bakterien Propoionibacterium acnes und Staphylococcus epidermidis ausgelöst. Diesen Bakterien wirken nun die oben beschriebenen Terpinene (Terpinen-4-ol und Alpha-Terpine) entgegen.

Bei Lippenherpes wird Teebaumöl oft zum Desinfizieren der Bläschen eingesetzt. Die desinfizierende Wirkung des Öls hilft dazu auch direkt gegen die Herpes-Viren.

Pilzinfektionen kann man ebenfalls mit Teebaumöl behandeln. Die meisten werden hierbei wohl an Fußpilz und Nagelpilz denken, denn schließlich sind dies die verbreitetsten Pilzinfektionen in den westlichen Ländern. Die Feuchtigkeit zwischen den Zehen und die Wärme in Socken und festem Schuhwerk laden Pilze geradezu ein, sich an den Füßen (und manchmal auch Händen) anzusiedeln.

Aber auch Pilzinfektionen der Kopfhaut sind zum Beispiel nicht selten. Gerade wer unter Seborrhoe auf der Kopfhaut leidet, kann auch schnell einen Pilz hinzu bekommen.

Tipp: ein paar Tropfen Teebaumöl ins Shampoo reichen oft schon aus, um die Kopfhaut binnen einiger Tage/Wochen wieder zu regenerieren.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten von Teebaumöl:

  • fördert die Wundheilung kleinerer Wunden
  • Hilft wegen der antiseptischen Eigenschaften gegen Pickel und Mitesser
  • Trocknet Warzen aus und lindert Juckreiz

Teebaumöl richtig anwenden

Nach all dem Lob auf das gute Öl möchten wir an dieser Stelle klarstellen, dass Teebaumöl kein Allheilmittel ist und auch Nachteile mit sich bringt.

Zunächst sei darauf hingewiesen, dass Teebaumöl nicht innerlich eigenommen werden soll. Auch wenn man hin- und wieder liest, dass es auch innerlich angewendet werden darf, so gibt es darüber doch keine Studien, die eine Unbedenklichkeit belegen. Im Gegenteil warnen viele Fachleute sogar davor.

Dann darf man nicht vergessen, dass Teebaumöl auch Allergien auslösen kann. Insbesondere  wer also sowieso schon recht allergiegeplagt ist, der sollte sehr vorsichtig mit der Anwendung beginnen. Das kann dann so aussehen, dass man zuerst nur eine kleine Stelle sehr dünn betupft und dann beobachtet, ob eine Reaktion auftritt. Bleibt diese aus, kann man etwas mehr probieren, usw.

Insbesondere Asthmatiker müssen darüber hinaus aufpassen, denn das Öl kann unter Umständen zu Reizungen der Atemwege führen und im schlimmsten Fall einen Asthma-Anfall provozieren.

Teebaumöl sollte man auch weder großflächig, noch auf gesunder Haut anwenden. Das Öl ist trotz allen positiven Eigenschaften für die Haut reizend.

Es empfiehlt sich, immer einen Arzt vor der Anwendung von Teebaum zu befragen, ob dies sinnvoll ist. Gerade bei kleinen Kindern, sowie älteren oder chronisch kranken Menschen sollte man vor der Anwendung von Teebaum unbedingt ärztlichen Rat einholen.

Fazit

Teebaumöl ist ein extrem gutes Heilmittel bei bestimmten Hautkrankheiten, bzw. Problemen mit der Haut. Ein Allheilmittel ist das Öl jedoch keinesfalls und von einer Einnahme wird dringend abgeraten.

Bei korrekter Anwendung kann das Öl allerdings z.B. Herpes und Akne lindern und bei der Behandlung von Pilzen auf der Haut (z.B. Fußpilz) helfen. Durch die antiseptischen Eigenschaften kann es auch bei Stichen lindernd wirken.